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CBR 1000 F "Julia"
Meine Reisetante

Julia ist wohl das Motorrad, auf welchem ich die meisten Reise Kilometer absolviert habe. Sie ist das dritte und gleichzeitig das erste aller Motorräder, die ich gekauft habe und heute noch besitze. Als ich Sie im Jahr 1990 kaufte, war der PS Boom bei Motorrädern in vollem Gange und Honda hatte dieses Modell gerade lanciert um wieder mal einen Leistungsrekord zu brechen. Knapp 140 PS und eine Topspeed von 300 km/h waren damals die Ansage.
Schon bald nach dem Kauf aber, auf einer der ersten Reisen nach Südfrankreich passierte mir leider ein grosses Missgeschick.
In den Gorges du Tarn kam in einer Kurve ein schwerer LKW zu weit auf meiner Seite entgegen. Das Unglück war nicht aufzuhalten. Weil ich das Fahrzeug noch nicht gut kannte, überbremste und stürzte ich direkt vor dem LKW. Julia rutschte vor mir darunter und "beschützte" mich auf diese Weise vor schwerer Verletzung. Der LKW hätte mich sicher übel zugerichtet. Ich kam vor dem LKW zu liegen, glücklicherweise nur mit einer Platzwunde am Arm, die genäht werden konnte. Julia hingegen war schwer beschädigt. Wir schickten Sie auf einer Palette mit dem den Zug nach Hause, wo Sie noch schlimmer beschädigt ankam.
Diagnose: Totalschaden.
Weil sich der LKW Fahrer schuldig bekannte, wurden uns zum Glück die Kosten zugesprochen. Mein Honda Händler freute sich, denn er hatte noch eine genau gleiche Maschine auf dem Hof stehen, die ich sofort übernehmen konnte. Ich entschied mich anders: Aufgrund des Erlebnisses in den Gorges du Tarn beschloss ich Julia zu reparieren. Mit einem fast 5 stelligen Betrag kaufte ich alle Ersatzteile und mit der Hilfe eines befreundeten Lackierers konnte ich Julia in ihren Ursprungszustand versetzen. Seitdem sind wir zusammen über 100 000 km durch halb Europa gefahren (unfallfrei).
Mit Ihrer schieren Kraft, die auch heute noch beeindruckt und Ihrem gutmütigen Fahrverhalten ist nach wie vor ein beliebtes Reisegerät für mich.
Warum der Name Julia? "Julchen" ist die Tochter des legendären "Segler Gustaf", einer Figur die in einer Serie von Geschichten im Seglermagazin "Die Yacht" der 70er Jahre lustige, meist ungeschickte Segelerlebnisse erzählte. Jedem älteren Segler dürfte "Julchen" bekannt sein, als freche Göre, die das Segelhandwerk von Ihrem Vater erlernte und Ihm als erwachsene Tochter am Ende mit seinem Schiff davon segelte. Ich war Fan von den Geschichten über Gustaf und hatte mein Segelboot nach Ihm benannt.
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